Heid wird gsunga und gfeiert… - Abschlussfeier 2019

Veröffentlicht am 28.04.2015 | Stefanie Zellner | 213 Aufrufe

Kategorien: Unsere Schule

Heid wird gsunga und gfeiert… - Abschlussfeier 2019

"Heid wird gsunga und gfeiert"  war der Titel des Songs, mit dem die Band „ois leiwand“ die Abschlussfeier der Staatlichen Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität in Hengersberg im „Nothaftgewölbe“ eröffnete.

Beginnend mit einem Rückblick auf die Einführung der Projektarbeit wies der Leiter der Schule StR Wolfgang Schwanzer auf die Bedeutung der Arbeit an Projekten für die Ausbildung von Führungskräften hin. Die Einführung dieser Unterrichtsmethode an der Technikerschule war vor vier Jahren mit der Entwicklung eines Promotionsfahrzeugs erfolgt. Dazu griff die Schulleitung die in der Geschichte der Fahrzeugtechnik bedeutsame Entwicklung des Urdaimlers aus dem Jahre 1886 auf. Dabei handelt es sich um das erste Automobil in Europa, ein Tricycle. Die erste Elektrokutsche von Ferdinand Porsche, die sogenannte P1, war der zweite Fahrzeugtyp, der für die Grundsatzidee des ersten Projektes eine wichtige Rolle spielte.

Diese beiden Ansätze vereinten die Schüler und entwickelten die erste Elektrokutsche Deggendorfs. Mit diesem Fahrzeug erhielt die innovative Bildungseinrichtung auf zahlreichen Veranstaltungen, beispiesweise auf der Elektromobilitätsmesse in Wiesent oder der Powertodrive Europe in München, große Anerkennung.

Die Projektarbeit etabliierte sich in den folgenden Jahren und war Grundstein für zahlreiche weitere Ideen. So bauten einige Entlassschüler dieses Jahrgangs ein altes Motorboot, einen Bayliner, auf Elektroantrieb um. Das Wasserfahrzeug wird der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu Ausbildungszwecken zur Verfügung gestellt.

Ein weiteres Team restaurierte einen Oldtimer Mercedes Benz Ponton aus dem Jahre 1958 und konstruierte diesen auf Elektroantrieb um. Als Besonderheit haben die Schüler in dieses Fahrzeug Tesla-Akku-Zellen eingebaut und erzielen damit eine Reichweite von ca 300 Kilometern.

Rennluft schnupperten vier Schüler beim Wiederaufbau eines alten Formula-Student-Renners, der von der Technischen Hochschule zur Verfügung gestellt worden war.

Eine Elektro-Rikscha , die für Stadtführungen oder für Festumzüge der Stadt Deggendorf zur Verfügung gestellt werden könnte, konstruierten vier andere Schüler.

Leitende Regierungsschuldirektorin Maria Sommerer zeigte sich in ihrem Grußwort begeistert von den Schülerarbeiten. Sie bescheinigte ihnen in der aktuellen Umbruchsphase in der Fahrzeugindustrie beste Zukunftschancen. Dabei verwies Frau Sommerer auf die zunehmende Digitalisierung und die weitere Vernetzung von Fahrzeugtechnik, Ladeinfrastruktur und künstlicher Intelligenz.

Der stellvertretende Landrat Eugen Gegenfurtner wies auf die Bedeutung der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung hin und stellte seine persönliche Entwicklung als gelernter Kfz-Elektriker und bekennender Handwerker vorbildhaft dar. Aus Sicht des Sachaufwandsträgers hat die Aus- und Weiterbildung höchsten Stellenwerte in unserer Gesellschaft und so sei jeder Euro, der in den Bau des neuen Schulzentrums gesteckt wird, eine hervorragende Anlage für die Zukunft unseres Landes.

Professsor Berg, Vizepräsident der Technischen Hochschule, griff die Themenbereiche Digitalisierung und Stellenwert der Bildung auf und zeigte den Absolventen Wege auf, ihre akademische Ausbildung an der THD erfolgreich fortzusetzen.

Diese Gedanken baute Schülersprecher Raphael Dietz in seine Rede ein und bedankte sich bei den Ehrengästen für die lobenden Worte. Im Anschluss stellte er gemäß den Wünschen der Gäste die anwesenden Lehrer und deren Unterricht auf unterhaltende Art und Weise dar.

Die Zeugnisverleihung war natürlich der Höhepunkt der Feier. Achtzehn Schüler und eine Schülerin erhielten das Zeugnis zum Staatlich geprüften Techniker und einen Technikerbrief. Damit sind sie berechtigt, an Elektrofahrzeugen im Prototypenstatus (in der Entwicklungsphase) zu arbeiten. Zusätzlich haben mit der Mathematik-Ergänzungsprüfung dreizehn Absolventen die Hochschulreife erlangt. Vier weitere Absolventen erhielten für besondere schulische Leistungen eine Meisterpreisurkunde, unterzeichnet vom Kultusminister Professor Piazolo und stellvertretend überreicht von Frau Sommerer.

Der Schüler Alexander Ellinger war mit einem Notenschnitt von 1,17 Klassenbester und erhielt als Würdigung  einen Sachpreis der Firma Markmiller.

Abschließend verwies der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I Deggendorf OStD Ernst Ziegler auf den hohen Stellenwert der Technikerschule für erfolgreiche Weiterbildung. Er hob die Bedeutung der erlernten Fähigkeiten durch die besondere Fächerkombination, insbesodere mit der Projektarbeit, hervor. Gemeinsam wünschten Herr Ziegler und Herr Schwanzer den Schülern alles Gute für den weiteren Lebensweg, Gesundheit, Glück und kreative Ideen für eine umweltbewusste Zukunft.

Beschwingt vom Austria- und Bayern-Pop der Band „ois leiwand“ wurde bis zum Ende der Veranstaltung fleißig getanzt.

 

Wolfgang Schwanzer

 

Das Bild zeigt Absolventen mit (v.l.) Schulleiter Ernst Ziegler, Vize-Landrat Eugen Gegenfurtner, Ltd. Regierungsschuldirektorin Maria Sommerer und dem Leiter der Technikerschule Wolfgang Schwanzer (2.v.r)

 

zurück